Geographie (Realschule)

H. Pollin

 

Mexico City – Der Traum vom Glück?

Ein Unterrichtsbeispiel für die 8. Jahrgangsstufe an Bayrischen Realschulen zum Thema „Landflucht in Lateinamerika“ von Heidi Pollin

 

Die Themenwahl

Landflucht und die damit verbundenen Push- und Pull-Faktoren stellen ein geographisches Modell der Bevölkerungswanderung dar. Am konkreten Beispiel von Mexico können die Schülerinnen und Schüler die Gründe für die Landflucht gut nachvollziehen und auf andere Räume übertragen.

In Verbindung mit Einzelschicksalen bietet dieses Thema die Möglichkeit, dass sich sowohl Jungen als auch Mädchen mit den Personen identifizieren können und dadurch ein höheres Interesse am Thema entwickeln.

Unterrichtsskizze

Das vorliegende Unterrichtsbeispiel eignet sich für eine oder für zwei Unterrichtsstunden, je nachdem, wie ausführlich man einen Bezug zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler in Deutschland herstellt. Um die Inhalte entsprechend zu veranschaulichen, kann die beigefügte Foliensammlung als pdf verwendet werden.

In der Motivationsphase stellt der Lehrer die beiden Protagonisten der Rahmengeschichte, die Geschwister Anna und Pedro, vor und zeigt Bilder aus deren Leben. Durch die Wahl von Anna und Pedro haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich entweder mehr mit dem Mädchen oder mit dem Jungen zu identifizieren.

Im ersten Teillernziel erarbeiten die Schülerinnen und Schüler mittels einer Variation der Marktplatzmethode die Push-Faktoren. Hierbei steht es den Schülerinnen und Schülern frei, ob sie eine weibliche oder männliche Person zur Bearbeitung wählen. Nachdem sich die Schülerinnen und Schüler in Einzelarbeit die wichtigsten Informationen angeeignet haben, laufen sie im Raum herum und suchen sich Partner, mit denen sie sich über ihre Personen austauschen. Auch hier steht es den Schülerinnen und Schülern frei, mit wem sie sich unterhalten. Ziel ist es, möglichst alle „fremden“ Geschichten gehört zu haben. Diese Methode bietet aber auch die Möglichkeit, dass (geschlechterheterogene) Lernende leichter ins Gespräch kommen, da sie einen vorgegebenen Anlass haben und somit die Hemmschwelle aufeinander zuzugehen herabgesetzt wird.

Die Pull-Faktoren können je nach technischer Ausstattung mittels eines Films oder Arbeitsblättern präsentiert werden. Die genauere Auseinandersetzung hiermit erfolgt nach dem Think-Pair-Share-Prinzip. Zunächst überlegen sich die Schülerinnen und Schüler in Einzelarbeit fünf Gründe, warum ihrer Meinung nach Pedro und Anna nach Mexico City ziehen sollten. Da die gezeigten Medien mehr als die geforderten Aspekte darstellen, besteht hier die Möglichkeit, dass sich die Schülerinnen und Schüler individuell fünf Gründe heraussuchen können, die sie persönlich für wichtig erachten. Der darauffolgende Austausch erfolgt zunächst mit einem gleichgeschlechtlichen Partner und im Anschluss daran mit einem gegengeschlechtlichen. Interessant ist der Vergleich, ob Unterschiede in der Wahl der Aspekte je nach Gesprächspartner/-in erkennbar sind oder nicht.

Anschließend werden die Ergebnisse im Plenum gesammelt. Durch das vorherige Verbalisieren und den Abgleich der gefundenen Pull-Faktoren mit anderen Schülerinnen und Schülern in der Partnerarbeitsphase können vor allem die Mädchen Sicherheit und Bestätigung erlangen, was sich in einer erhöhten Mitarbeit bemerkbar machen könnte.

Im Verlauf der Unterrichtsstunde wird immer wieder Bezug auf die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler genommen. Hier haben diese die Möglichkeit individuell Gedanken, Gefühle und Wünsche zu äußern, die sie auf Anna bzw. Pedro projizieren.

Die Hausaufgabe besteht darin, einen Tagebucheintrag zu einem Erzählanlass entweder aus Sicht von Anna oder Pedro zu verfassen. Somit können die Schülerinnen und Schüler selbst entscheiden, durch welche Person sie am ehesten einen Zugang zu dem Thema finden konnten.

Ausführliche Unterrichtsdokumentation als pdf

 

 

 

 

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