Schullaufbahnen von Mädchen und Jungen

J. Schlagbauer

Einschulung
Jungen werden bei der Einschulung deutlich häufiger zurückgestellt als Mädchen und sind damit durchschnittlich etwas älter, wenn sie ihre Schullaufbahn beginnen. Dieser Geschlechterunterschied zieht sich durch alle Regierungsbezirke Bayern und ist gegenüber den Daten zum Schuljahr 2007/2008 unverändert, wie dem Bildungsbericht Bayern 2012 zu entnehmen ist. 

[Quelle zu Text und Diagramm: Bildungsbericht Bayern 2012, S. 160 und S. 228]

 

 

Übertritte aus Jahrgangsstufe 4

Jungen treten aus der Grundschule häufiger an die Haupt-/ Mittelschule und seltener an die Realschule und das Gymnasium über als Mädchen. Auch hier setzen sich aus früheren Untersuchungen bereits bekannte geschlechtsspezifische Unterschiede fort, wie der Bildungsbericht Bayern 2012 feststellt.

[Quelle: Bildungsbericht Bayern 2012 S. 228 und S. 109]

 

 

Klassenwiederholungen

Häufiger als bei Schülerinnen verlängern sich bei Jungen die Lernzeiten durch Klassenwiederholungen, am häufigsten wiederholen männliche Schüler mit Migrationshintergrund. Das gilt für fast alle Schularten, wie der Bildungsbericht Bayern 12 feststellt. Nur an der Grundschule und der Volksschule zur sonderpädagogischen Förderung liegen kaum geschlechtsspezifische Unterschiede bei den Wiederholeranteilen vor.

[Quelle: Bildungsbericht Bayern 2012, S. 165]

 

 

Schulbesuch in der Jahrgangsstufe 8 nach Geschlecht
Im Verlauf der Schullaufbahnen verstärken sich die beim Übertritt aus der 4. Jahrgangsstufe gegebenen geschlechtsspezifischen Unterschiede weiter zu Ungunsten der männlichen Schüler. Jungen wechseln in der Sekundarstufe I seltener als Mädchen auf Schularten mit einem weiterführenden als dem ursprünglich angestrebten Schulabschluss und häufiger als ihre weiblichen Mitschülerinnen an Schulen mit niedrigeren Abschlussmöglichkeiten. Das zeigt auch ein Blick auf den Anteil männlicher und weiblicher Schüler in den verschiedenen Schularten in der Jahrgangsstufe 8. Zugrunde liegen im folgenden Diagramm die Zahlen aus dem Bildungsbericht Bayern 2012 zum Schuljahr 2010/2011.


[Quelle: Bildungsbericht Bayern 12, S. 82 und S.228]

 

 

Schulabschlüsse nach Geschlecht

Unter den Schulabgängern ohne Abschluss sind Jungen häufiger vertreten als Mädchen und es verlassen auch mehr männliche als weibliche Schüler die allgemeinbildenden Schulen mit einem Hauptschulabschluss oder einem Abschluss der Volksschule zur sonderpädagogischen Förderung. Mädchen hingegen erwerben häufiger als Jungen den mittleren Schulabschluss und die allgemeine Hochschulreife. Der folgenden Grafik liegen die Daten aus dem Bildungsbericht Bayern 12 zum Schuljahr 2009/2010 zugrunde.

Beim Vergleich der Schullaufbahnen der beiden Geschlechter kommt es somit bei den männlichen Schülern deutlich häufiger zu Verzögerungen als bei den Mädchen und die jungen Männer sind etwas seltener erfolgreich beim mittleren Schulabschluss, bei der Fachhochschulreife und der allgemeinen Hochschulreife als die jungen Frauen. Insgesamt verlassen mehr Schülerinnen und Schüler als früher die Schule mit höheren Abschlüssen, die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei den Abschlüssen haben sich jedoch kaum verändert.

Quelle: Bildungsbericht Bayern 2012, S.88 und S. 229

 

Literatur

Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (2011) Statistische Berichte. Gymnasien. Schuljahr 2010/11. Veröffentlicht im Internet unter www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen

Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung. Qualitätsagentur (Hg.) (2012) Bildungsbericht Bayern 2012. Kastner. Veröffentlicht im Internet unter http://www.isb.bayern.de/download/11654/bildungsbericht_2012.pdf

 

 

 

 

Impressum 

Copyright © 2013. All Rights Reserved.