Schullaufbahnen von Mädchen und Jungen

J. Schlagbauer

Einschulung
Jungen sind bei der Einschulung im Durchschnitt etwas älter als Mädchen. Sie werden seltener als Mädchen früh eingeschult und beginnen die Schullaufbahn häufiger als Mädchen erst mit 7 Jahren. Dieser Geschlechterunterschied ist laut Bildungsbericht Bayern 2012 im Schuljahr 2010/11 gegenüber den Daten zum Schuljahr 2007/2008 unverändert und zeigt sich auch in den Daten zum Schuljahr 2013/14 im Bildungsbericht Bayern 2015.

1 b Spaeteinschulungen

[Quellen zu Text und Diagramm: Bildungsbericht Bayern 2012, S. 102, 228; Bildungsbericht Bayern 2015, S. 103, 227]

 

 

Übertritte aus Jahrgangsstufe 4

Jungen treten aus der Grundschule häufiger an die Haupt-/ Mittelschule und seltener an die Realschule und das Gymnasium über als Mädchen. Auch hier setzen sich aus früheren Untersuchungen bereits bekannte geschlechtsspezifische Unterschiede fort, wie die Bildungsberichte Bayern 2012 und 2015 feststellen.
2 b uebertritte aus Jgst 4

[Quelle: Bildungsbericht Bayern 2012, S. 109 u. S. 228; Bildungsbericht Bayern 2015, S. 108]

 

 

Klassenwiederholungen

Häufiger als bei Schülerinnen verlängern sich bei Jungen die Lernzeiten durch Klassenwiederholungen, am häufigsten wiederholen männliche Schüler mit Migrationshintergrund. Das gilt für fast alle Schularten, wie der Bildungsberichte Bayern 2012 und 2015 feststellt. Nur an der Grundschule und der Volksschule zur sonderpädagogischen Förderung liegen kaum geschlechtsspezifische Unterschiede bei den Wiederholeranteilen vor.
3 b Wiederholeranteile Bayern 2013 14

[Quelle: Bildungsbericht Bayern 2012, S. 165; Bildungsbericht Bayern 2015, S. 165/166]

 

 

Schulbesuch in der Jahrgangsstufe 8 nach Geschlecht
Im Verlauf der Schullaufbahnen verstärken sich die beim Übertritt aus der 4. Jahrgangsstufe gegebenen geschlechtsspezifischen Unterschiede weiter zu Ungunsten der männlichen Schüler. Jungen wechseln in der Sekundarstufe I seltener als Mädchen auf Schularten mit einem weiterführenden als dem ursprünglich angestrebten Schulabschluss und häufiger als ihre weiblichen Mitschüler an Schulen mit niedrigeren Abschlussmöglichkeiten. Das zeigt auch ein Blick auf den Anteil männlicher und weiblicher Schüler in den verschiedenen Schularten in der Jahrgangsstufe 8. Dem folgenden Diagramm liegen die Zahlen aus dem Bildungsbericht Bayern 2015 zum Schuljahr 2013/2014 zugrunde.

4 b Schulbesuch Jgst 8 2

[Quelle: Bildungsbericht Bayern 15, S. 83 und S.227]

 

 

Schulabschlüsse nach Geschlecht

Unter den Schulabgängern ohne Abschluss sind Jungen häufiger vertreten als Mädchen und es verlassen auch mehr männliche als weibliche Schüler die allgemeinbildenden Schulen mit einem Abschluss der Förderschule, einem erfolgreichen Abschluss der Mittelschule oder einem Qualifizierenden Abschluss der Mittelschule. Mädchen hingegen erwerben häufiger als Jungen den mittleren Schulabschluss und die allgemeine Hochschulreife. Der folgenden Grafik liegen die Daten aus dem Bildungsbericht Bayern 15 zum Schuljahr 2012/2013 zugrunde.
5 b Schulabschluesse 12 13

Beim Vergleich der Schullaufbahnen der beiden Geschlechter kommt es somit bei den männlichen Schülern deutlich häufiger zu Verzögerungen als bei den Mädchen und die jungen Männer sind etwas seltener erfolgreich beim mittleren Schulabschluss, bei der Fachholschulreife und bei der allgemeinen Hochschulreife als die jungen Frauen. Insgesamt verlassen mehr Schülerinnen und Schüler als früher die Schule mit höheren Abschlüssen, die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei den Abschlüssen haben sich jedoch kaum verändert.

[Quelle: Bildungsbericht Bayern 2015, S. 89 und S.228]

 

Literatur

Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung. Qualitätsagentur (Hg.) (2012) Bildungsbericht Bayern 2012. Kastner. Veröffentlicht im Internet unter http://www.isb.bayern.de/download/11654/bildungsbericht_2012.pdf

Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung. Qualitätsagentur (Hg.) (2015) Bildungsbericht Bayern 2015. Kastner. Veröffentlicht im Internet unter http://www.isb.bayern.de/download/17337/isb_bb15_gesamt.pdf

 

 

 

 

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