‚Männliche Fächer‘ – ‚weibliche Fächer‘

J. Schlagbauer

Geschlechterstereotype widerspiegelndes Wahlverhalten während und nach der Schulzeit

Mädchen- und Jungenanteil in den verschiedenen Ausbildungsrichtungen in der Jahrgangsstufe 8

An Realschulen, Gymnasien, Fach- und Berufsoberschulen zeigt sich bei der Entscheidung der männlichen und weiblichen Schüler für eine Wahlpflichtfächergruppe bzw. eine Ausbildungsrichtung ein Verhalten, das Geschlechterstereotype widerspiegelt. In allen vier Schularten wählen Mädchen und junge Frauen deutlich seltener eine Ausbildungsrichtung mit Schwerpunktsetzung im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) als Jungen und junge Männer. In der Realschule beispielsweise entscheiden sich über 40 % der Jungen für diese Wahlpflichtfächergruppe, während der Anteil der Mädchen unter 10% liegt – und diese „deutlichen Geschlechtsunterschiede im Wahlverhalten“ sind laut Bildungsbericht Bayern 2012 „in den letzten Jahren relativ konstant“ geblieben.

Die folgende Grafik zeigt die Verteilung der Geschlechter auf die Ausbildungsrichtungen in den bayerischen Gymnasien:
 
[Quelle zum Text: Bildungsbericht Bayern 2012, S.27 und S.228; Quelle der Daten in der Grafik: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Statistische Berichte.  Gymnasien. Schuljahr 2010/11. München 2011. Veröffentlicht im Internet unter www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen, Tabelle 23, S.27]

Geschlechterverteilung in den Seminaren der gymnasialen Oberstufe

Wie früher bei der Leistungskurswahl sind auch bei der Entscheidung für die Seminarfächer geschlechtsspezifische Vorlieben bzw. Abneigungen zu erkennen, die Geschlechterstereotypen entsprechen. In einigen Fächern sind die Geschlechter (fast) gleichmäßig verteilt, ansonsten setzt sich die auch bei der Wahl der Ausbildungsrichtung zu beobachtende weibliche Dominanz in den Sprachen und männliche Dominanz im MINT-Bereich fort.

Der folgenden Grafik liegen die Daten zum Schuljahr 2010/11 zugrunde.
 
[Quelle der Daten in der Grafik: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Statistische Berichte. Gymnasien. Schuljahr 2010/11. München 2011. Veröffentlicht im Internet unter www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen, Tabelle 31, S.32]


Studienfachwahl nach Geschlecht

Noch deutlicher als im Schulbereich spiegeln sich Geschlechterstereotype bei der Studienfachwahl wider. Die beiden folgenden Grafiken zeigen die Verteilung der männlichen (Abb.1) und der weiblichen (Abb.2) Schulabgänger mit allgemeiner Hochschulreife und Fachhochschulreife auf Studienfächer, zusammengefasst in vier Bereiche:

  • MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik)
  • Recht, Wirtschaft, Soziales 
  • Sprachen, Kultur, Kunst 
  • Medizin, Gesundheit 
  • Sonstiges


Den beiden Grafiken liegen die Daten aus dem „Bildungsbericht Bayern 2012“ zugrunde, die die Studienfachwahl der Studienanfänger mit Hochschulzugangsberechtigung 2005 aus Bayern erfassen. Aufgeführt sind jeweils Studierende, die das Gymnasium mit der allgemeinen Hochschulreife (HR) und Fachoberschulen (FOS), Berufsoberschulen (BOS) und Fachschulen/Fachakademien (FS / FA) mit Fachhochschulreife (FHR) verlassen haben.

Studienfachwahl 2005 männlich

 

 Studienfachwahl 2005 weiblich
 

[Quelle: Bildungsbericht Bayern 12, Tabelle B2/q, S.139 f]

 

Literatur

 

 

 

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